Funktionale Sicherheit an Maschinen - FS-Engineer - TÜV Rheinland

Funktionale Sicherheit an Maschinen

TEFDO - TÜV Rheinland

TEFDO ist ein anerkannter Kursanbieter für das Training "Funktionale Sicherheit von Maschinen" im Rahmen des TÜV Rheinland Functional Safety Training Program.

Dieses 4-tägige Präsenztraining mit 1-tägiger Prüfung kombiniert strukturierte Theorie mit praktischen Workshops und Live-Demonstrationen. Der Schulungsraum ist mit echten Schutzeinrichtungen und Sicherheitssteuerungen ausgestattet, so dass die Teilnehmer das Verhalten von Geräten im Feld nicht nur lesen, sondern auch selbst beobachten können.

Erfolgreiche Teilnehmer, die die Prüfung bestehen und die definierten Anforderungen erfüllen, erhalten das Functional Safety Engineer (TÜV Rheinland) Zertifikat.

Dieses Training befasst sich mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, der EU-Maschinenverordnung 2023/1230, der Methodik der Risikobeurteilung, der Auswahl von Schutzgeräten, den Sicherheitsfunktionen, der Schaltungsauslegung sowie der Berechnung von Performance Level (PL) und Safety Integrity Level (SIL) - beschrieben, diskutiert und gestaltet im gesamten Programm.

Das Training wird auf Anfrage in Türkisch oder Englisch durchgeführt.

Ziel

Durch die Teilnahme werden die Teilnehmer:

  • Kenntnisse über die wichtigsten Typ-A- und Typ-B-Normen, die bei der Erstellung der technischen Unterlagen für die CE-Kennzeichnung von Maschinen verwendet werden, erwerben.
  • Sie lernen die harmonisierten Normen, auf die in den Typ-C-Normen verwiesen wird, eingehend kennen (z. B. ISO 13849-1, IEC 62061) und wenden quantitative Berechnungen auf reale Fälle an.
  • Reale Schutzeinrichtungen und Sicherheitssteuerungen in Aktion beobachten anhand von Demonstrationssets im Veranstaltungsraum, um zu verstehen, wie sich Feldgeräte über die Theorie hinaus tatsächlich verhalten.
  • Die an Maschinen verwendeten Schutzeinrichtungen verstehen sowie ihre Anwendungsbereiche und die zugrunde liegenden Technologien.
  • Das nötige Wissen über die ISO 13849-1 erhalten, um Verifikationswerkzeuge wie SISTEMA sicher anwenden zu können, mit parallelen manuellen Berechnungen, um die Methodik zu verinnerlichen.
  • Sicherheitsschaltungen, Schaltpläne und Arbeitsbeispiele lesen und interpretieren.
  • Sensibilisiert auf bevorstehende gesetzliche Änderungen - insbesondere die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 (in Kraft ab 20. Januar 2027) - und auf die Umstellung vorbereitet.

Zielgruppen

Ingenieure und technische Fachkräfte mit Erfahrung in der Maschinen- und Funktionssicherheit, einschließlich:

  • Maschinenhersteller (OEMs)
  • Systemintegratoren
  • Berater für Maschinensicherheit
  • HSE-Spezialisten, die mit funktionaler Sicherheit arbeiten
  • Wartungsingenieure
  • Technische Experten der benannten Stelle
  • Inspektoren und Auditoren für Maschinensicherheit, die ihre Kenntnisse der harmonisierten Normen des Typs A und B vertiefen möchten
  • Investitionsingenieure und Projektmanager, die für die Beschaffung neuer Maschinen verantwortlich sind


Vor allem für:

Maschinenhersteller und Systemintegratoren

  • Ingenieure, die SISTEMA-Prüfberichte erstellen und detailliertere Kenntnisse über die EN ISO 13849-Reihe und die Praxis der PL-Berechnungen benötigen.
  • Konstrukteure, die mit den aktuellen Vorschriften und harmonisierten Normen Schritt halten müssen, um konforme Maschinen zu liefern.
  • Steuerungsingenieure, die mit Sicherheits-SPSen arbeiten und verstehen müssen, wie sicherheitsbezogene Anwendungssoftware nach ISO 13849-1 und IEC 62061 behandelt wird.
  • Projektteams, die Maschinenrisiken richtig erkennen, Over-Engineering vermeiden, die richtige Ausrüstung auswählen, die Dokumentation erstellen und Projekte termingerecht und ohne Nacharbeit abschließen wollen.

Endanwender von Maschinen

  • Investitions- und Abnahmeingenieure, die die SAT/FAT-Dokumentation und Berichte (SISTEMA, Stoppzeitmessung usw.) richtig interpretieren müssen, um sicherzustellen, dass die Maschinen wirklich sicher sind.
  • Interne Konstruktionsteams, die Risikobewertungen nach ISO 12100 für intern gebaute Maschinen durchführen und die harmonisierten Normen aktiv beherrschen wollen.
  • Instandhaltungs- und Änderungsmanagement-Teams, die Änderungen an bestehenden Maschinen vornehmen und verstehen müssen, welche Normen gelten, wie man die Ausrüstung spezifiziert und wie man Schnittstellenanforderungen definiert.
  • Werkssicherheitsteams, die interne Maschinensicherheitsspezifikationen auf der Grundlage der richtigen harmonisierten Normen erstellen.
  • Ingenieure in globalen / multinationalen Organisationen, die technische Spezifikationen für die Maschinensicherheit interpretieren müssen, die von verschiedenen Teams verwendet werden und auf viele harmonisierte Normen verweisen.

Agenda

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TAG 1

Regulatorischer Rahmen & Risikobewertung

  • Informationen über das "TÜV Rheinland Functional Safety Training Program"
  • Rechtlicher Rahmen: Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Maschinenverordnung (EU) 2023/1230
  • CE-Kennzeichnungsprozess und Konformitätsbewertung
  • Typ A-, B- und C-Normen - Aufbau, Status und Beziehungen
  • Harmonisierte vs. nicht-harmonisierte Normen
  • Anhang IV Maschinen und Sicherheitsbauteile
  • Risikobewertung nach ISO 12100
    • Gefährdungsermittlung, Risikoabschätzung, Risikobewertung
    • 3-stufige Risiko Reduzierungs Strategie: inhärent, technisch, Benutzerinformation
  • Definition der Sicherheitsfunktion
  • Verfahren nach ISO 13849 und IEC 62061
    • Methoden der Risikomatrix und des Risikographen
    • Erforderliche PL (PLr) und SIL-Bestimmung
    • Vergleich von Sicherheitsklassifizierungen

TAG 2

ISO 13849-1 Grundlagen & Sicherheitseinrichtungen

  • Einführung in die ISO 13849-1
  • Sicherheitskategorien (B, 1, 2, 3, 4) - Bedeutung und Auswahl
  • Grundlegende Sicherheitsprinzipien, bewährte Sicherheitsprinzipien, bewährte Komponenten
  • Deterministische Fehlerbetrachtung, Fehler und Fehlerausschlüsse nach ISO 13849-2
  • Sicherheitseinrichtungen - mit Live-Demosets im Klassenzimmer
    • Systematik von Sicherheitseinrichtungen: Vorteile, Nachteile, Aufbau
    • trennende und nicht trennende Schutzeinrichtungen
    • Verriegelungseinrichtungen, Zuhaltungen, Positions- und Näherungsschalter
    • BWS, AOPD, AOPDDR (Lichtvorhänge, Flächenscanner)
    • Druckempfindliche Matten, Kanten, Puffer
    • Zweihandschaltungen und Zustimmungseinrichtungen
  • Stoppzeitmessung und Berechnung von Sicherheitsabständen nach ISO 13855 / ISO 13857
  • Grundlagen der elektrischen Sicherheit (IEC 60204-1)
  • Sicherheitsfunktionen von Maschinen
    • Elektrische Antriebe, Anlauf/Wiederanlauf, Selbsthaltung
    • Not-Aus, Not-Aus-Schaltung, Stopp-Kategorien
    • Muting, Ausblendung, Override
  • Stromkreise und Schaltpläne: richtige und falsche typische Beispiele

TAG 3

ISO 13849-1 in der Tiefe - Berechnungsworkshops

  • ISO 13849-1 detailliert - mit praktischen Workshops mit beispielhaften Kalkulationen
  • Anwendungsbereich und Einschränkungen
  • Designierte Architekturen (Kategorien B, 1, 2, 3, 4)
  • Daten zur Versagenswahrscheinlichkeit: MTTFD, B10D, T10D
  • Bestimmung des diagnostischen Erfassungsbereichs (DC)
  • Gemeinsame Ausfallursache (CCF) und β-Faktor
  • PL-Berechnungsmethodik
  • Zufällige und systematische Ausfälle
  • Softwareanforderungen (SRESW, SRASW) - einschließlich Anwendungssoftware für Sicherheits-SPS
  • Anforderungen an Dokumentation und Qualitätsmanagement
  • Verwendung von Standardkomponenten in Sicherheitsfunktionen
  • Validierung nach ISO 13849-2
  • Praktische Beispiele

TAG 4

IEC 62061 Vertiefung & Prüfungsvorbereitung

  • IEC 62061 - detailliert
    • Inhalt und Anwendungsbereich
    • Funktionales Sicherheitsmanagement und Lebenszyklusmodell
    • Spezifikation der Sicherheitsanforderungen (SRS)
    • SIL, SIL CL, HFT, SFF - Definitionen und Beziehungen
    • Teilsystemarchitekturen und PFHD-Berechnung
    • Sicherheitsbezogene Anwendungssoftware
    • Verifizierung und Validierung
  • Quervergleich: ISO 13849-1 vs. IEC 62061 - wann ist was zu verwenden?
  • Arbeitsbeispiele für den Nachweis der Funktionalen Sicherheit nach IEC 62061
  • Ausblick: Anstehende Änderungen durch die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 und ihre Auswirkungen auf die Praxis der Funktionalen Sicherheit
  • Prüfungsvorbereitung: Wiederholung der Schlüsselkonzepte, Berechnungsübungen, häufige Fallstricke
  • Fragen und Antworten und offene Diskussion

TAG 5

Prüfung

Prüfung für das FS Engineer (TÜV Rheinland) Zertifikat

Anforderungen

Gemäß des TÜV Rheinland Functional Safety Training Program müssen Teilnehmer, die das Zertifikat "FS Engineer (TÜV Rheinland)" erhalten wollen, an dem gesamten Training teilnehmen, die Prüfung bestehen und die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Mindestens 3 Jahre Erfahrung in Funktionale Sicherheit.
  • Hochschulabschluss (Bachelor, Master, Diplom) im Ingenieurwesen oder einem anderen technischen Bereich oder gleichwertige Erfahrungen und Verantwortlichkeiten im Ingenieurwesen, die vom Arbeitgeber oder einer technischen Einrichtung bescheinigt werden.

Hinweis für Teilnehmer ohne Ingenieurabschluss:

Auch Bewerber ohne Diplom oder Studienabschluss können an dem Training sowie der Prüfung teilnehmen. In diesem Fall ist ein Referenzschreiben des Vorgesetzten erforderlich, in dem die Tätigkeit und der Job-Titel des Teilnehmers bestätigt werden. Diese Teilnehmer werden zwei Zertifikate erhalten: "FS Qualified" und "FS Engineer". Es liegt in der Verantwortung des Teilnehmers, das Zertifikat korrekt, entsprechend seiner Qualifikation, zu verwenden.

Prüfung

  • Tag 5 der Präsenzschulung: Beginn 09:00 - Ende 12:00
  • Prüfungsdauer: 3 Stunden
  • Die Prüfung besteht aus 2 Teilen:
    • Teil 1: 70 Multiple-Choice-Fragen
    • Teil 2: 12 offene Fragen und 1 Berechnung
  • Die Teilnehmer müssen einen Taschenrechner und gedruckte Exemplare der Normen ISO 13849-1, ISO 13849-2, IEC 62061 und ISO 12100 mitbringen. Die Verwendung von Smartphones während der Prüfung ist nicht gestattet.

Informationen

  • Erforderliches Arbeitsmaterial: Die Normen ISO 13849-1, ISO 13849-2, IEC 62061 und ISO 12100 müssen von den Teilnehmern in gedruckter Form mitgebracht werden.
  • Unterrichtssprachen: Türkisch oder Englisch auf Anfrage
  • Format: 4 Tage + 1 Prüfungstag, Präsenztraining.
  • Gruppengröße: begrenzt für optimale Lernqualität und sinnvolle Interaktion mit den Demo-Geräten.
  • Demo-Sets im Veranstaltungsraum umfassen echte Schutzeinrichtungen und Sicherheitssteuerungen, die den Teilnehmern ermöglichen, Theorie und Praxis zu verbinden.

Kosten

  • Offenes Training: Preise pro Teilnehmer auf Anfrage - einschließlich Prüfung, Trainingsunterlagen, Mittagessen und Erfrischungen.
  • In-House / Firmeninterne Trainings: Preise auf Anfrage, abhängig von der Gruppengröße, dem Ort und der individuellen Gestaltung.

FS Engineer (TÜV Rheinland) Zertifikat

Teilnehmer, die an dem gesamten Training teilnehmen, die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen und die Prüfung bestehen, erhalten vom TÜV Rheinland das FS Engineer (TÜV Rheinland) Zertifikat.

Das Zertifikat ist 5 Jahre lang gültig, mit der Möglichkeit der Verlängerung.

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